IPMA, PMI, PRINCE2 – Wo ist welcher Projektmanagement-Standard stark?

Die Bedeutung von Projekten hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. In der geschäftlichen Welt gelten sie sogar als maßgeblich für die Weiterentwicklung von Unternehmen.

Katharina Wall

Katharina Wall

399 Wörter • 3 Minuten

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Viele Unternehmen orientieren sich deswegen bei der Abwicklung von Projekten an Standards, die einen hilfreichen Rahmen bereitstellen können. Aber welcher Standard ist für welche Projektumgebung der Beste?

Zu den drei großen international anerkannten Projektmanagement-Standards zählen IPMA, PMI und PRINCE2.

IPMA, kurz für International Project Management Association, existiert bereits seit den 1960er Jahren. Dieser Standard ist für jegliche Art von Projekten in jeder Branche einsetzbar. Die Richtlinien der IPMA sind in dem gemeinsamen internationalen Basisdokument „Project Excellence Baseline“ festgehalten und dient als Rahmenwerk. Es werden keine konkreten Prozesse oder Handlungsanweisungen angeführt, man findet eher Basiselemente und Methoden. Zum Beispiel beinhaltet die Baseline auch Methoden zur Förderung von sozialen Kompetenzen, wie Kreativitätstechniken oder Konfliktmanagement. Neben dem Management von Projekten werden auch Informationen über das Programmmanagement, sowie das Management von projektorientierten Organisationen bereitgestellt.

PMI ist die Abkürzung für Project Management Institut. Ebenfalls Ende der 1960er entstanden, ist das PMI, mit fast einer halben Million Mitglieder weltweit, die größte der drei Projektmanagementorganisationen. Seit rund 30 Jahren erscheint das PMBOK (Project Management Book of Knowledge), eine Sammlung aus weit verbreiteten und praxisbewährten Methoden, Prozessen und Werkzeugen des Projektmanagements. Der Standard wird mit Hilfe seiner Anwender laufend reflektiert und weiterentwickelt, wobei soziale Kompetenzen eher vernachlässigt werden. Auch wenn das PMBOK allgemein gehalten wurde, wird dieser Standard tendenziell von größeren Unternehmen und für internationale Projekte angewendet.

PRINCE2 steht für PRojects IN COntrolled Environment 2, ein Ende der 1980er Jahre in Großbritannien entstandener Standard. Ursprünglich für IT-Projekte entwickelt, zeichnet sich dieser Standard durch genaue Handlungsanweisungen aus. PRINCE2 ist vorgehens- und ergebnisorientiert und stark skalierbar. Jedoch kann dieser Standard für kleine Projekte etwas zu schwergewichtig sein. Ein weiterer Vorteil ist die Verwendung von einheitlichen Begriffen und Dokumentationsstile, was Missverständnisse und unterschiedliche Interpretationen vorbeugt.

Die Auswahl des richtigen Projektmanagement-Standards

Da jedes Projektumfeld und jedes Team unterschiedliche Aspekte für wichtig erachten, ist es also sehr individuell, welcher Standard für welches Projektumfeld geeignet ist. Auch wenn die Einigung auf einen Standard, oder auf eine Kombination, für eine projektorientierte Organisation äußerst wichtig ist, um Missverständnissen und Kommunikations­schwierigkeiten vorzubeugen, sichert die Anwendung eines Standards nicht allein den Projekterfolg.

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Projektorganisation  

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Traditionelles Projektmanagement  

Siehe klassisches Projektmanagement

Glossar